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Findlinge

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Findlinge

Wenn man sich die Landschaft des Münsterlandes einmal Wodansteinnäher anschaut, wird einem schnell klar das hier etwas fehlt. Richtig, es gibt kein Gebirge.  Und wenn man sich jetzt noch mal ein klein wenig intensiver umschaut, dann fehlen hier auch größere Vorkommen an festem Gestein.  Das war vor gar nicht so langer Zeit anders, da gab es nämlich eine Menge von Findlingen in ganz Westfalen.  Aber was sind Findlinge? Hierbei handelt es sich um „Erratische Blöcke“ bzw. „Großgeschiebe“. Nun sind wir nicht wirklich schlauer, mit einfachen Worten handelt es sich um große Steine aus dem Skandinavischen Raum. Diese sind mit der Vorletzten Eiszeit mitgekommen, diese Periode nennt man auch die Saale Eiszeit, und das spielte sich vor ungefähr 240.000-125.000 Jahren ab.  Damals überdeckten riesige Eismassen Nordeuropa. Diese waren bis zu 300 Meter  hoch.  Die Eismassen waren nicht plötzlich da, nein Sie schoben sich von Jahr zu Jahr in Richtung Süden.  Ihre südlichste Ausdehnung ging wohl bis zur folgenden Line : Düsseldorf-Dortmund-Paderborn. Kaum vorstellbar das das Münsterland unter einer 300 Meter dicken Eisschicht förmlich begraben war. Da diese Eismassen eine unvorstellbare Kraft hatten, wurden lose Gesteine förmlich mitgerissen. Und so erklärt sich auch, wieso man hier Gesteine aus Skandinavien findet. Aber es wurden auch heimische Gesteine mit fort gerissen, wie zum Beispiel aus dem Teutoburger Wald oder gar den Baumbergen. Der größte bekannte Findling ist der „Große Stein“ von Tonnenheide nahe Rahden. Mit seinen Ausmaßen darf man diesen getrost einen großen Brocken nennen. Sein Gewicht beträgt 271 Tonnen mit einem Volumen von 102 m³.  Als die Eiszeit dann Ihrem Ende entgegen ging und die riesigen Eismassen schmolzen, blieben die Steine hier in der Region.

Nun viele dieser Findlinge sind im Laufe der Zeit von den Menschen verarbeitet worden, mangels festen Baumaterials bediente man sich. Und so wurden aus vielen Brocken zu Pflastern, Mauern , Denkmälern oder als Fundament. Gerne stellte man sich kleinere Exemplare auch in den Vorgarten, oder auch neben Einfahrten. Und ganz früher baute man sogar Hünengräber damit. Heute findet man nur noch wenige Findlinge, und diese stehen unter Naturschutz.

Zu jeder Zeit haben diese Steine die Phantasie der Menschen angeregt. Und so gibt es viele Sagen und Mythen zu den Steinen. Ist ja auch irgendwie klar, in einer Landschaft aus Erde und Sandböden sowie Feuchtgebieten und Mooren müssen die großen Steine ziemlich exotisch gewirkt haben. Als das Christentum ins Münsterland kam, wurden die ehemals heiligen Steine verteufelt. Sowas konnte nur der Teufel bewegen. In vielen Sagen geht es darum das der Teufel die Christianisierung im Münsterland damit aufhalten wollte, indem er Steine gegen die Kirchen geworfen hat, diese aber immer verfehlt hat. Wir wissen das viele Findlinge vor dem Christentum als Heiligtümer verehrt wurden, oder Plätze für Versammlungen waren usw. . Es ist halt eine beliebte Methode des Christentum gewesen die heimischen Sitten und Gebräuche als Heidnisch zu stempeln, und alles was damit zusammen gehört zu verteufeln.  Und so haben die Steine seit Anbeginn der Zeit die Menschen in Ihren Bann gezogen. Und erst 1875 gelang es einem schwedischen Geologen Otto Torell , die Herkunft der Steine zu erklären. Dieser erkannte in der Nähe von Berlin an Findlingen die dort lagen Gletscherschrammen. Damit wurde ein Jahrtausend altes Rätsel gelöst. Wenige Jahre zuvor kursierte noch die Meinung, dass es sich um Geröll aus der Biblischen Sintflut handeln könnte. Andere sprachen von Auswürfen aus Vulkanen.

Wer also heute an solchen Findlingen vorbei geht, sollte sich immer seiner wechselvollen Geschichte vor Augen halten.

 

 

Kurze Aufstellung der mir bekannten Findlinge aus der unmittelbaren Nähe von und aus Dülmen:

Kloppsteen

Bild Oben: Größter Findling in Dülmen, der Kloppsteen im Dernekamp.

 


Findling in Rorup

Bild Oben: Findling in Rorup

 


Findling in Rorup 1

Bild Oben: Findling in Rorup

 


 

 

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