Einst als das Christentum noch nicht ins Münsterland kam, huldigte man den alten Göttern. So konnten hinter jedem Baum, oder Fels die mächtigen Geister stecken. Manchmal wohnten Sie auch in Mooren oder Seen. Und so wurden auch bestimmte Findlinge verehrt. Einer davon steht in Coesfeld, in der Nähe von Dülmen Rorup. Einst muss dieser gewaltige Ausmaße besessen haben. Da die Stadtgrenzen erst viel später gezogen worden sind, kann man getrost davon ausgehen, das die Menschen der Region sicherlich auch zu diesem Stein gegangen sind den man heute nur noch den Wodanstein oder Bonenjägerstein nennt. Heute liegt der Stein zwischen Coesfeld im Westen, Billerbeck im Norden, Darup im Osten und Dülmen Rorup im Süden.
Aber wie kommt man dahin, das ist gar nicht so einfach! In den gängigen Stadt und Landkarten ist nur eine vage Markierung zu finden. Und im Internet gibt es nur eine private Seite zu dem Thema, aber selbst da findet man keine richtige Beschreibung wie man zu diesem Stein kommt.
Also hier kommt erst mal eine Adresse die man in sein Navigationssystem eintippen kann:
Haus Bakenfelder
Harle 92
Tel.02543/4317
48653 Coesfeld
Und wer es ganz genau wissen will, der kann auch folgende GPS-Koordinaten eintippen.
51,93743 07,24283
Hier ist auch eine kleine Wegbeschreibung in Bildern.
Wenn man den Wodanstein erreicht hat, findet man folgendes Schild:
Hier wurden also vor mehr als 2000 Jahren Opfer dargebracht. Blut und Met. Ob es sich dabei auch um Menschenblut gehandelt hat, wir werden es nie mehr so richtig erfahren. Jedenfalls werden die Menschen der Region bis ins 8 Jahrhundert nach Christus zu diesem Stein gegangen sein, erst zu diesem Zeitpunkt verbreitete sich das Christentum durch die Franken unter der Führung Karls des Großen, als diese die Sachsen vertrieben haben.
Interessant ist eigentlich die Frage, warum der Stein 1845 gesprengt wurde?! Hatte es pragmatische Gründe, oder entstand ein neuer Kult um den Stein? Und warum ließ man ein kleines Teilstück übrig? Hier führt kein bedeutender Weg an dem Wodanstein vorbei, also stand dieser auch nicht im Weg. Man wird die ganze Wahrheit wohl nie erfahren. Wahrscheinlich brauchte man Baumaterial.
Unsere Vorfahren haben diesen Stein für etwas besonders gehalten. Das sollte man sich immer vor Augen führen. Dadurch das die eigentliche Form des Steins zerstört wurde, kann man nicht darauf zurück schließen ob dieser Stein auch eine Astronomische Funktion besaß. Vielleicht müsste man einmal zur Wintersonnenwende vorbei kommen. Es ist auch fraglich ob zur Zeit der Verehrung sich hier ein Wald befand. Ich gehe davon aus, das man eine freie Sicht haben wollte. Natürlich hat der Wald auch eine geheimnisvolle Wirkung auf einen, insbesondere wenn die Sonne tief am Horizont steht.
Wie war es wohl vor 2000 Jahren, zur Wintersonnenwende. Kamen die Menschen dann in einem langen Zug zu dem Stein, aus allen benachbarten Sippenverbänden. Wurde dann zu einem bestimmten Zeitpunkt ein Tier geopfert, und das Blut auf dem Stein verteilt? Oder wurden bei Sonnenuntergang dann Feuer in der Nähe entzündet und ein rauschendes Fest gefeiert? Fragen über Fragen, auf die man nie mehr eine Antwort bekommen wird. Es gibt keine schriftlichen Zeugnisse aus dieser Zeit. So bleibt einem nur die Phantasie, um den Zauber diesen Ortes noch mal zu erleben! Unsere Vorfahren haben in diesem Stein auf jeden Fall etwas besonders gesehen, schließlich war dieser dem höchsten germanischen Gott geweiht:“Wodan“.





