Germanische Fluchtburg
Nicht nur das man in Dülmen eine ganze Menge
alter Relikte finden kann,nein auch in
unmittelbarer Umgebung findet sich so das ein oder andere Schätzchen aus längst vergessener Zeit. Wie bereits bekannt ist, befand sich Dülmen vor 2000 Jahren in direkter Nachbarschaft mit dem Römischen Weltreich. Dieser gemeinsame Feind verband die damaligen Germanenstämme. Doch nachdem sich die Römer zurückzogen brachen im freien Germaninen (Rechtsrheinisch) die alten Fehden wieder aus. So bekämpften sich die Stämme fröhlich weiter.
Nach dem letzten großen Aufstand der Bataver gegen die Römer, an denen auch die Brukterer teilnahmen, überfielen die Chamaven und Angrivariern im Jahr 98 n.Chr. die Brukterer, die im heutigen Dülmen gesiedelt haben. Bei diesem
Raubzug wurden die Brukterer vernichtend geschlagen und aus Ihrem Stammesgebiet verjagt. Die Überlebenden des Überfalls retteten sich zu den befreundeten Tenkterer die südliche der Lippe Ihr Stammesgebiet hatten. Damit endet die Geschichte der Brukterer im Münsterland, sie werden nie wieder ins einstige Stammesgebiet zurück kehren. An Ihrer Stelle treten die Angrivarier und Chamaven.
Nicht unweit von Dülmen befindet sich Westlich noch ein Stummer Zeuge aus dieser Epoche. Nachdem die beiden Stämme der Angrivarier und Chamaven sich das erbeutete Land aufteilten, kann man davon ausgehen das die Grenze zwischen den beiden Stämmen zwischen Dülmen und Borken entlang verlief. Und genau hier fand man eine Fluchtburg( Fliehburg oder auch Wallburg), diese wird auch als Jans oder Hamsburg bezeichnet. Errichtet von den Chamaven. Die Anlage ist ca.6-8 Morgen groß, umgeben von einem 2 bis 3 meter hohen Erdwall, der 8 meter breit sein konnte. Davor wurde noch ein 2 meter tiefer Graben angelegt. Zugänge zur Fliehburg befanden sich im Norden und Süden der Anlage. Interessant ist das sich vor dem nördlichen Eingang ein halbmond ähnlicher Schutzwall befand, der ebenfalls mit einem Graben ausgestattet war. So als würde der Feind aus dem Norden kommen. Diese Anlage war nicht dauerhaft bewohnt, Sie wurde nur in unruhigen Zeit besetzt. Zum Schutz der Bevölkerung. Die Siedlungen müssen sich also in unmittelbarer Nähe befunden haben.
In der Nähe der Jansburg befindet sich auch der Kettbach ( Hasselbach ).
Heute liegt diese Fliehburg abseits der Straße zwischen Dülmen und Borken ? Leider weißt kein Hinweisschild daraufhin, dass man an den Überresten einer über 1900 Jahren alten Fliehburg vorbei fährt. Und selbst wenn man den richtigen Weg zur Fliehburg nimmt, muss man gehörig aufpassen, dass man nicht daran vorbei fährt. Die Anlage wirkt wie ein kleiner Wald am Wegesrand, erst beim näheren Hinsehen wird der Wall deutlich sichtbar. Mein Tipp an dieser Stelle, ruhig einmal um die Anlage gehen, erst dann werden die Dimensionen dieser Anlage deutlich.
| Eckdaten | |
| Erbauer: | Germanen Stamm der Chamaven |
| Baudatum | ca.100 n.Chr. |
| Größe | ca.6-8 Morgen |
| Höhe des Erdwalls | ca.2-3 mtr. |
| Breite des Erdwalls |
ca.8 mtr. Umgeben von einem 2 mtr. tiefen Graben |
| Zugänge |
Zwei bekannte Zugänge ( einen im Norden der durch einen halbmondförmigen Schutzwall extra gesichert war.Sowie einen Zugang im Süden ) |
| GPS Daten | 51.873064 / 7.112099 |
| Entfernung von Dülmen Markt |
12,4 km Luftline |
Anfahrt:
Von Dülmen-Merfeld fährt man auf der L600 in Richtung Borken. Auf halber Strecke kommt man an einer Kreuzung, in der man auch in Richtung Maria-Veen fahren kann. Genau gegenüberliegend befindet sich ein kleiner Feldweg. Dies ist der Weg der in Richtung Jansburg führt. Hier sollte man langsam fahren. Es ist eine echte Schotterpiste! Es geht vorbei an Bauernhöfen und Feldern. Die Jansburg befindet sich in einer Kurve. Nur ein kleines Schild, sowie Bänke zum Ausruhen deuten daraufhin, das sich hier etwas befindet. Genießen Sie die Anlage. Um sich vorab schon mal einen Eindruck von der Anlage zu machen, gibt es auch hier ein paar Fotos.





